
Wissenswertes rund um die Geburt
Du erwartest dein erstes Kind und möchtest mehr über die Vorbereitung und die Geburt an sich wissen? Wir beantworten die häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit einer Entbindung auftauchen! Selbstverständlich findest du auch spannende Infos, wenn du schon einmal entbunden hast. Jeder Geburtsvorgang ist individuell, beim zweiten Kind kann alles ganz anders ablaufen. Vielleicht möchtest du dich auch für eine andere Vorgehensweise entscheiden – zum Beispiel eine ambulante Entbindung statt eines mehrtägigen Klinikaufenthalts.
Deine Checkliste für die Entbindung
Wir informieren dich über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten, die Geburtsphasen, die Vorbereitung und die Zeit danach.
Welche Varianten gibt es bei einer Geburt?
Die Entbindung zu Hause
Bis zu den 1940er Jahren war es überwiegend üblich, dass Frauen zu Hause entbunden haben. Begleitet wurde die Entbindung von einer Hebamme. Dann setzte sich immer mehr die Entbindung in einer Klinik durch. Wenn du dich dafür entscheidest, dein Kind daheim zu bekommen, spricht normalerweise nichts dagegen. Die Schwangerschaft sollte normal verlaufen sein, das Kind in der richtigen Lage liegen. Wichtig ist, dass du eine gute Hebamme findest, die bei eventuell auftretenden Problemen rasch eingreifen kann.
Die Geburt im Krankenhaus
Wesentlich häufiger ist die Geburt im Krankenhaus. Dafür brauchst du eine Klinik mit einer Entbindungsstation. Wann solltest du dich für die Geburt im Krankenhaus anmelden? Melde dich bereits einige Wochen vor dem berechneten Termin an. Wenn die Bettenzahl knapp ist, kann auch eine Anmeldung einige Monate vorher sinnvoll sein. Du kannst den Kreißsaal und die Zimmer besichtigen, außerdem lernst du die Hebammen kennen. Was ist eine ambulante Geburt? Wenn die Entbindung glatt verläuft, kannst du auf Wunsch nach wenigen Stunden mit deinem Baby wieder nach Hause. Diese Variante ist die ambulante Geburt.
Es ist aber ebenso möglich, dass du einen oder mehrere Tage in der Klinik bleibst. Der werdende Vater darf bei der Entbindung dabei sein. In vielen Kliniken kannst du ein sogenanntes Familienzimmer buchen. Das bedeutet, ihr habt das Zimmer für euch alleine und könnt in Ruhe mit eurem Baby vertraut werden. Die Krankenschwestern und die Hebamme kümmern sich um dich und dein Baby, in der Klinik findet dann auch die erste Nachsorgeuntersuchung statt.
Was ist eine Geburt in einem Geburtshaus?
Eine gute Alternative zur Klinik ist ein Geburtshaus. Geburtshäuser werden von freiberuflichen Hebammen geführt. Auch hier ist eine rechtzeitige Anmeldung unbedingt erforderlich. Wenn du bereits Wehen hast, kannst du nicht einfach auf gut Glück in ein Geburtshaus gehen, die Kapazitäten sind begrenzt. Dann bleibt nur der Weg ins nächste Krankenhaus. Keine Sorge, Deutschland bietet eine ausgezeichnete medizinische Versorgung – du musst nicht damit rechnen, lange nach einem passenden Krankenhaus zu suchen. Besser ist jedoch immer eine rechtzeitige Planung und Anmeldung. Welche Geburt passt zu mir? Diese Frage besprichst du am besten mit deiner Hebamme und deiner Frauenärztin.
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Verschiedene Möglichkeiten für die Entbindung
Nachdem der Ort der Entbindung geklärt ist, bleibt die entscheidende Frage, wie die Geburt abläuft. Man unterscheidet die Spontangeburt oder natürliche Geburt, bei der die Wehen von allein einsetzen, und die eingeleitete Geburt.
Warum und wann muss eine Geburt eingeleitet werden?
Das ist dann der Fall, wenn der Geburtstermin weit überschritten ist, oder sich bestimmte Auffälligkeiten zeigen. Wenn eine Einleitung erforderlich ist, wird dir zunächst ein Zugang für eine Infusion gelegt. Die Infusion enthält das Hormon Oxytocin, das die Wehentätigkeit auslöst.
Weitere Unterscheidungen zeigen sich darin, wie das Baby im Mutterleib liegt. Die Hebamme beziehungsweise die Gynäkologin erkennen vor der Entbindung die Lage, und zwar durch Abtasten und Ultraschalluntersuchungen. Ob eine normale Entbindung möglich ist, hängt von der Lage des Kindes, aber auch von seiner Größe und dem voraussichtlichen Geburtsgewicht ab. Auch der Kopfumfang spielt eine Rolle. Zeigt der Kopf nach unten und befindet sich in der vorderen Hinterhauptlage, ist diese Stellung für Mutter und Kind am günstigsten. Andere Kopfstellungen sind jedoch in der Regel kein Hinderungsgrund, erfahrene Hebammen kommen damit gut zurecht. Bei einer Beckenendlage werden dir die Fachleute eventuell zu einem Kaiserschnitt raten – besonders dann, wenn es dein erstes Kind ist und das Baby recht groß ist.
Eine weitere Frage, die sich viele werdende Mütter stellen: Soll ich mich für eine Wassergeburt entscheiden? Oder das Kind im Bett liegend bekommen? Darauf gibt es keine pauschal gültigen Antworten. Bei der Wassergeburt steht dir ein großes Becken mit warmem Wasser zur Verfügung. Du hast ein eher schwereloses Gefühl, das warme Wasser wirkt entspannend und lindert die Schmerzen durch die Wehentätigkeit. Manche Frauen bevorzugen es aber, wenn sie umhergehen können, wenn sie zwischen Sitzen und Liegen abwechseln. Einige Kliniken und Geburtshäuser bieten einen Geburtshocker an. Wir raten dazu, nach Möglichkeit eine Klinik, eine Entbindungsstation oder ein Geburtshaus zu wählen, das alle Varianten anbietet. Vor allem solltest du die Freiheit haben, während des Geburtsvorgangs deine Haltung zu wechseln. Gute Hebammen unterstützen dich bei diesem Wunsch!
Die Phasen der Geburt: Was muss ich über die Geburt wissen?
Die Eröffnungsphase
Die Geburt kündigt sich an, wenn Wehen in regelmäßigen Abständen auftreten. Der Zeitraum zwischen den Wehen liegt anfangs bei einer Viertelstunde und wird dann immer kürzer. In dieser Eröffnungsphase, die mehrere Stunden dauern kann, öffnet sich der Muttermund vollständig. Am Ende kommen die Wehen alle zwei bis drei Minuten, die Kontraktionen sind stark spürbar. Irgendwann in dieser Phase platzt die Fruchtblase, das kann aber auch schon gleich zu Beginn erfolgen. Wie wird die Geburt natürlich eingeleitet? Sollte sich die Fruchtblase nicht von allein öffnen, kann die Hebamme die Blase mit einem Instrument öffnen, Medikamente sind nicht erforderlich. Das ist nicht schmerzhaft, die Wehen werden dann aber stärker.
Warum ist eine Geburt schmerzhaft? Der Muttermund muss sich öffnen, damit das Kind durchpasst. Das geschieht mit Muskelkontraktionen, die zu starken Schmerzen führen können. Wenn du die Schmerzen, die die Wehen verursachen, als zu stark empfindest, gibt es Hilfe. Entspannungstechniken helfen ebenso wie Akupunktur, du kannst aber auch Schmerzmittel bekommen. Auch regionale Betäubungen sind möglich, zum Beispiel als Pudendus-Block oder Peridural-Anästhesie (Rückenmarkspritze). Die Eröffnungsphase verbraucht viel Energie. Eventuell wird dir übel und du musst dich übergeben. Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Austreibungsphase unmittelbar bevorsteht. Essen solltest du in der gesamten Zeit nur wenig, Schokolade, Traubenzucker oder Saft sind aber erlaubt und bringen Energie zurück.
Welche Geburt ist die schmerzfreieste? Mit einer Peridural-Anästhesie ist die Entbindung schmerzfrei. Welche Geburt ist die sicherste? Die medizinische Betreuung durch Hebamme und Arzt bietet in Deutschland sehr viel Sicherheit. Risiken sind nie ganz ausgeschlossen, aber meist beherrschbar.
Die Übergangsphase
Zwischen der Eröffnungs- und Austreibungsphase liegt die Übergangsphase. Das ist oft der Zeitpunkt, an dem Frauen das Gefühl haben, „nicht mehr zu können“. Die Atem- und Entspannungstechniken, die du bei einem Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast, helfen dir jetzt ganz besonders. Die Übergangsphase ist nur kurz.
Die Austreibungsphase
In der Austreibungsphase ist der Muttermund vollständig geöffnet. Die Wehen sind jetzt sehr stark. Diese Phase dauert unterschiedlich lang, du wirst aber wahrscheinlich kein konkretes Zeitgefühl haben. Der Druck wird stärker, das Kind bewegt sich durch den Geburtskanal. Bald spürst du, wie sich die Presswehen ankündigen. Du kannst jetzt aktiv mitarbeiten, beachte aber immer auch, was die Hebamme sagt. Wie der Schmerz empfunden wird, ist sehr individuell. Es spielt eine Rolle, ob du Schmerzmittel bekommen hast, zugleich schüttet der Körper Botenstoffe aus, die das Schmerzempfinden lindern können. Manche Frauen möchten zu diesem Zeitpunkt eine kräftige Rückenmassage, andere konzentrieren sich ganz auf sich selbst. Deine Hebamme hat sehr viel Erfahrung, ihr kannst du vertrauen. Wenn das Köpfchen sichtbar ist, schützt sie das empfindliche Dammgewebe von außen, damit es nicht reißt. Der Dammschnitt ist heutzutage keine Routine mehr, er wird nur bei Bedarf gemacht. Davor brauchst du aber keineswegs Angst zu haben. Wenn ein Dammschnitt notwendig ist, wird er auf dem Höhepunkt einer Wehe gemacht, sodass du fast nichts spürst.
Die Nachgeburtsphase
Endlich ist dein Kind geboren – und es ist bei den allermeisten Geburten wirklich so, dass die Schmerzen vergessen sind. Nach einigen Minuten folgt die Nachgeburtsphase. Die Gebärmutter zieht sich stark zusammen und stößt die Plazenta ab. Währenddessen wird dein Kind kurz untersucht, dann bekommst du es sofort auf die Brust gelegt. Die Hebamme kontrolliert die Plazenta, ob sie vollständig ist. Du wirst gut versorgt, eventuell muss der Dammschnitt genäht werden. Das Wichtigste ist jetzt aber: Dein Baby ist da!
Was ist bei der Vorbereitung besonders wichtig?
Neben den vielen Dingen, die du für dein Baby besorgst, von Kleidung und Windeln bis zum ersten Bettchen, geht es vor allem um die Vorbereitung deines Körpers. Bereits in den ersten Monaten kannst du mit einer regelmäßigen Hautpflege die Haut am Bauch auf die kommende Zeit vorbereiten. Eine leichte Massage mit einem guten Hautöl hält die Haut elastisch und kann helfen, Schwangerschaftsstreifen zu verhindern.
Was sollst du ins Krankenhaus für die Geburt mitnehmen?
Wenn die letzten Wochen anbrechen, wird es Zeit, den Klinikoffer für die Geburt zu packen. Du brauchst bequeme Kleidung, mehrere Nachthemden, Unterwäsche, zwei Still-BHs und Körperpflege- sowie Hygieneprodukte. Außerdem nimmst du die ersten Anziehsachen für dein Baby mit. Jetzt bist du auf alles gut vorbereitet und kannst dich entspannt auf dein Baby freuen!
Hier kannst Du dir deine Checkliste "Was gehört in den Klinikkoffer"
herunterladen.
Klicke auf den blauen Button um die Checkliste direkt herunterzuladen.

Was solltest du nach der Geburt beachten?
Die ersten Tage nach der Geburt solltest du dich auf jeden Fall schonen. Im Mittelpunkt steht das Baby. Ihr lernt euch kennen und macht gemeinsam die ersten Erfahrungen beim Stillen. Vermeide, schwere Dinge zu heben. Die Gebärmutter braucht noch Schonung. Ein spezielles Beckenbodentraining nach der Geburt ist erst nach etwa sechs bis acht Wochen empfehlenswert. Vorher reichen einfache, leichte Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens aus. Die Rückbildungsgymnastik sollte langsam beginnen und nur unter fachkundiger Anleitung. Bis die erste Periode nach der Entbindung eintritt, dauert es unterschiedlich lang, bei stillenden Müttern bis zu mehreren Monaten.
Was muss ich bei einer Geburt beantragen?
Wenn das Kind da ist, muss der Geburtszeitpunkt, der Name des Kindes und der Eltern beim Standesamt gemeldet werden. Außerdem beantragst du Kindergeld und Erziehungsgeld.
Die Vorteile eines Geburtsvorbereitungskurses
Sehr wichtig ist ein Geburtsvorbereitungskurs, auch als Schwangerschaftsgymnastik bekannt. Dabei geht es weniger um gymnastische Übungen, sondern um Körperhaltung, Bewegungsabläufe und die richtigen Atemtechniken während der Entbindung. Entspannungstechniken gehören ebenfalls dazu. Du erfährst viel über den Ablauf einer Geburt und lernst deinen Körper auf eine neue Art und Weise kennen.
Gründe, die für einen Geburtsvorbereitungskurs sprechen:
Der wichtigste Grund ist dein Baby
Um so besser Du auf die Geburt vorbereitet bist, desto optimaler kannst Du Dich auf die Geburtsphasen einstellen und hast eine einfachere, schnellere und schmerzfreiere Geburt. So hilfst Du Dir und auch deinem Baby.
Lerne wie Du die Geburt aktiv mitgestalten kannst
Die Geburt ist für Dich eine ganz besondere Erfahrung. Körperlich und auch emotional. Dank eines Geburtsvorbereitungskurses bist optimal darauf vorbereitet.
Eine Geburt bedeutet auch Schmerzen
Lerne mit diesen Schmerzen umzugehen. Durch Atemtechnik und Geburtspositionen und ein besseres Verständnis über die Vorgänge in Deinem Körper kannst du besser damit umgehen. Dies braucht allerdings Training. Genau für das ist der Kurs gedacht.
Ruhe durch Wissen
Die Geburt ist manchmal hektisch und es müssen rasche Entscheidungen getroffen werden. Dann sind Deine gelernten Fachkenntnisse ein wertvoller Entscheidungshelfer und gibt Dir die nötige Ruhe für besonnene Entscheidungen.
Auch dein Partner profitiert
Wenn dich dein Partner oder Partnerin bei der Geburt begleitet ist das einfach wunderbar. Genau dort hilft auch deinem Partner das Wissen, dass er/sie in einem Geburtsvorbereitungskurs gelernt hat.
Online Geburtsvorbereitungskurs
Mittlerweile empfehlen wir immer öfter zu einer Teilnahme eines Online-Geburtsvorbereitungskurses. Nicht nur in Zeiten von Corona ist ein Online-Kurs sinnvoll. Er ist auch ideal, wenn du abgelegen wohnst oder aus anderen Gründen keinen realen Kurs besuchen kannst.
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